Flügelfelloperationen (mit/ohne Bindehauttransplantation)

Das Flügel­fell (Pterygium) ist eine bin­de­ge­webige Ver­dickung, die von der Binde­haut aus­geht. In Form eines Drei­ecks wächst es dann vom Rand der Horn­haut lang­sam auf deren Zent­rum zu. Be­glei­tet wird die Aus­dehnung des Flügel­fells von einer Ver­krüm­mung der Horn­haut­ober­fläche (Astigmatismus). Nach und nach ver­schlechtern sich die Seh­schärfe und die Be­weg­lich­keit des Aug­apfels.

Die einzige Therapie­möglich­keit ist die opera­tive Ent­fernung des Flügel­fells. Sie sol­lte dann er­folgen, wenn sich eine Wachs­tums­ten­denz des Flügel­fells zeigt. Früher war es üb­lich, das Flügel­fell nur aus­zu­schneiden und den Ge­webe­defekt durch Ver­schie­ben und Vernähen be­nach­barter Binde­haut zu decken. Nach­folgend kam es je­doch recht häufig zu einem Wieder­auf­treten des Flügel­fells an gleicher Stelle (Rezidiv).

In der Augen­klinik Herzog Carl Theodor wird die mo­derne Tech­nik der Pterygi­um­opera­tion be­vor­zugt: Dabei wird zu­erst das Flügel­fell operativ ent­fernt. Der dabei ent­standene Ge­webe­defekt wird durch Auf­nähen eines so­ge­nan­nten freien Trans­plan­tats der Binde­haut ver­schlos­sen. Das freie Binde­haut­transplan­tat wird am selben Auge unter dem Ober­lid ent­nom­men. Die Ent­nahme des Trans­plan­tats in diesem Be­reich des Auges führt weder zu funktionel­len noch zu kosme­ti­schen Be­einträchtigun­gen. Mit dieser auf­wendigen Operations­technik kön­nen auch größere Flügel­felle und solche, die nach erfolg­loser Erst­operation er­neut auf­ge­treten sind, sehr er­folg­reich und vor allem auch dauer­haft ent­fernt werden.